Staatliches SFZ

Aufgaben des Sonderpädagogischen Förderzentrums Forchheim

Wir alle wissen…,

…Kinder entwickeln sich oft sehr unterschiedlich. Auch Verzögerungen der körperlichen, seelischen und geistigen Entwicklung gehören zu den sehr häufigen Erscheinungen. Wichtig ist, davor die Augen nicht zu verschließen, sondern möglichst frühzeitig geeignete Entwicklungs- und Lernhilfen anzubieten, damit diese Kinder den Anschluss an ihre Altersgenossen nicht verlieren und beim schulischen Lernen Erfolg haben können.

Dieser Aufgabe stellt sich das Sonderpädagogische Förderzentrum als eine Beratungs- und Fördereinrichtung:

  • Beratung von Eltern und Schülern über die weitere Schullaufbahn
  • Diagnostik der Ursachen der Lernproblematik
  • Empfehlungen über den Förderort:
    • Grund- oder Mittelschule (mit Beratung der Lehrkräfte)
    • Sonderpädagogisches Förderzentrum mit allen Angeboten
    • eine andere Förderschule mit einem anderen Förderschwerpunkt
    • Einschalten des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes
    • Einschaltung der mobilen sonderpädagogischen Hilfe
    • Einschaltung außerschulischer Institutionen

Grundsätzlich sind wir für die Bereiche „Sprache“ „Lernen“ „emotionale und soziale Entwicklung (Verhalten)“ und auch andere Förderschwerpunkte zuständig, wobei wir bei der Vermittlung an eine andere notwendige Schule zur sonderpädagogischen Förderung unterstützend eingreifen.

Nachfolgende Informationen stellen Ihnen unsere Angebote und Hilfen für Kinder mit besonderen Förderbedürfnissen vor.

1.    Die Schulvorbereitende Einrichtung (SVE)

Die Schulvorbereitende Einrichtung besuchen Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren; Kinder also, die noch nicht schulpflichtig sind, die aber im Hinblick auf den Schulbesuch eine besondere Vorbereitung brauchen.

Hier wird versucht, die Ursachen einer Entwicklungsverzögerung oder einer sprachlichen Störung zu erkennen und zu berücksichtigen. Ziel ist es, jedes Kind soweit zu fördern, dass es nach Möglichkeit seine Grundschule besuchen kann.

Kleine Gruppen (ca. 10 – 12 Kinder), heilpädagogisch ausgebildete Fachpädagogen und spezielle Lernhilfen sind gute Bedingungen für eine erfolgreiche Entwicklungs- und Sprachförderung.

In begründeten Fällen werden auch die Kinder, die vom Sonderpädagogischen Förderzentrum vom Schulbesuch zurückgestellt wurden, in die Schulvorbereitende Einrichtung aufgenommen.

Ganztagesbetreuung: Im Anschluss an die SVE am Vormittag können die Kinder eine heilpädagogische Tagesstätte der Caritas in den Räumen der SVE besuchen.

2.    Diagnose- und Förderklassen (DFK)

In den Diagnose- und Förderklassen werden schulpflichtige Schüler unterrichtet,

  • die bereits im Vorschulalter in den Bereichen Wahrnehmung, Sprache, Motorik, Sozialfähigkeit und Verhalten auffällig wurden,
  • bei denen bei der Schuleinschreibung mangelnde Schulfähigkeit festgestellt wurde,
  • die am Unterricht in der Grundschule voraussichtlich nicht aktiv und nicht mit genügendem Erfolg teilnehmen können,
  • deren Erziehungsberechtigte ausdrücklich mit dem Lernort Förderschule einverstanden sind.

Eine Überprüfung auf Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs kann die zuständige Grundschule beantragen.

Der individuelle sonderpädagogische Förderbedarf wird durch eine/n Sonderschullehrer/in festgestellt.

Überprüft werden besonders:

der allgemeine geistige Entwicklungsstand

  • die auditive Wahrnehmung
  • die visuelle Wahrnehmung
  • die taktile Wahrnehmung
  • die Sprache
  • die Grob- und Feinmotorik
  • das Aufgabenverständnis und
  • Ausdauer und Konzentration

Durch die Überprüfung soll vor allem herausgefunden werden, warum das Kind Schwierigkeiten hat. Oft ist eine Teilleistungsschwäche, d.h. eine Schwäche in einem Teilgebiet für die Lernprobleme verantwortlich. Man weiß heute, dass Kinder, bei denen wichtige Voraussetzungen fehlen, (z.B. mangelhaftes Körperschema), oft Probleme beim Erlernen des Lesens, Schreibens und Rechnens haben.

Die Ergebnisse der Überprüfung werden den Eltern aufgezeigt und erläutert. Der/Die Sonderschullehrer/in sucht gemeinsam mit den Eltern den für das Kind am besten geeigneten Förderweg und Förderort.

Die Grundlage für die drei Schulbesuchsjahre in der DFK ist der Lehrplan der Grundschule für die 1. und 2. Klasse, wobei dieser wegen der unterschiedlichen Lernbedürfnisse der Schüler individuell umgesetzt wird. Da in der DFK ein zusätzliches Schuljahr zur Verfügung steht, haben Schüler und Lehrer mehr Zeit, die Unterrichtsinhalte anschaulicher und intensiver zu erarbeiten.

Die Besonderheiten des Unterrichts in der DFK:

Ein Hauptprinzip des Unterrichts in der Diagnose- und Förderklasse ist die individuelle Förderung jedes einzelnen Schülers. Die Klassenstärke beträgt maximal 14 Schüler. Auf Grund der geringen Schülerzahl kann der Lehrer den unterschiedlichen Lernvoraussetzungen gerecht werden. Für jedes Kind wird ein individueller Förderplan erstellt, um das Lern- und Arbeitstempo sowie evtl. Hilfsmittel jedem Schüler anpassen zu können. Die Klassengemeinschaft bleibt überschaubar und hat familiären Charakter.

Ein weiterer Grundsatz ist die ganzheitliche Förderung. Je mehr Sinne bei einem Lernvorgang angesprochen werden, desto umfassender werden die Inhalte aufgenommen und langfristig behalten.

Wichtiges Prinzip ist die Bewegung. Sie wird wo immer möglich in den Lernvorgang einbezogen. Die Kinder lernen mit dem ganzen Körper.

Das eingeschobene Jahr der DFK wird nicht als Wiederholungsjahr gewertet.

Schüler, die im Anschluss an eine dreijährige DFK eine 3. Klasse der Grundschule oder des Sonderpädagogischen Förderzentrums besuchen, haben nach den Bestimmungen des Bayerischen Erziehungs- und Unterrichtsgesetzes (BayEUG) eine Vollzeitschulpflicht von 10 Jahren.

Ein Ziel der Diagnose- und Förderklasse ist es, die Teilleistungsstörungen soweit zu beheben, dass die Kinder spätestens nach drei Schulbesuchsjahren an die Grundschule zurückgeführt werden können. Schüler, bei denen eine Rücküberweisung nicht möglich ist, werden weiter am Sonderpädagogischen Förderzentrum in der Abteilung Lernförderung unterrichtet.

3.    Abteilung Grund- und Mittelschule (GMS)

Nach Bedarf werden Klassen der Jahrgangsstufen 3 und 4 gebildet, die nach dem sonderpädagogisch aufbereiteten Grundschullehrplan unterrichtet werden. In gleicher Weise gilt diese Regelung auch für die Jahrgangsstufen 5 und 6.

Eine Rückführung von Schülern in die Grund- bzw. Hauptschule ist jederzeit möglich, wenn die individuelle schulische Entwicklung des Schülers (aktive und erfolgreiche Teilnahme) eine Überweisung angezeigt erscheinen lässt oder die Eltern eine Rückführung wünschen, weil sie meinen, der sonderpädagogische Förderbedarf könne auch an der Volksschule erfüllt werden.

4.    Abteilung Schule zur Lernförderung (LF)

Es werden Jahrgangsklassen der Jahrgangsstufen 3 bis 9 gebildet, die nach dem Lehrplan der Schule zur Lernförderung unterrichtet werden.

Diese Klassen vermitteln ein grundlegende allgemeine Bildung. Sie bereiten auf eine selbst verantwortete Lebensführung in Familie und Beruf und auf die Wahrnehmung staatsbürgerlicher Pflichten und Rechte vor. Sie führen hin zur Berufswahlentscheidung. Dabei stellt die Schule die individuellen Entwicklungs-, Lern- und Lebensbeeinträchtigungen der Schüler in den Mittelpunkt ihrer Bildungs- und Förderarbeit.

 

Ziel dieser Klassen ist es, trotz der Lern- und Leistungsbeeinträchtigungen die gesamte Persönlichkeit der Schüler zu fördern.

5.    Abteilung „Stütz- und Förderklassen

Ab dem Schuljahr 2005/06 werden am Sonderpädagogischen Förderzentrum die sog. „Stütz- und Förderklassen“ in den Jahrgangsstufen 2, 3 und 4 mit je 8 Schülern eingerichtet. Es handelt sich um Klassen in enger Kooperation mit der Jugendhilfe für Schüler mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich der sozialen und emotionalen Entwicklung.

 

Ziel ist es, die Schüler nach 3 Schuljahren an die Regelschule zurückzuführen, wenn der sonderpädagogische Förderbedarf an der allgemeinen Schule erfüllt werden kann.

 6.    Mobile sonderpädagogische Hilfe (msH)

Die Arbeit der Sonderschullehrer oder Heilpädagogen im Förderschuldienst im Bereich der mobilen sonderpädagogischen Hilfe findet bei Kindern im Vorschulalter im Kindergarten statt. Die Förderung setzt das Einverständnis der Eltern und die Absprache mit der Leitung des Kindergartens voraus.

Die mobile sonderpädagogische Hilfe muss von der Leitung des Kindergartens beim Sonderpädagogischen Förderzentrum angefordert werden.

Inhaltliche Schwerpunkte dieser Arbeit: 

  • Diagnose und Beratung bei Schullaufbahnentscheidungen einschließlich SVE
  • Kleingruppen- und Einzelförderung für Vorschulkinder mit Teilleistungsstörungen
  • Förderung bei einfachen Sprachfehlern; Beratung der Eltern; Empfehlung anderer schulischer und außerschulischer Institutionen
  • Beratung für das Kindergartenpersonal
  • Fortbildung für das Kindergartenpersonal (Leitung und Erzieherinnen)

7.    Mobile Sonderpädagogische Dienste (MSD)

Die Arbeit der Sonderschullehrer im Bereich der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste (Sprach-, Lernförderung und Mobile Erziehungshilfe) findet bei Schülern an den Grund- und Mittelschulen statt. Die Förderung setzt das Einverständnis der Erziehungsberechtigten voraus.

Der Mobile Sonderpädagogische Dienst muss von der Leitung der Volksschule beim Sonderpädagogischen Förderzentrum angefordert werden.

Der Mobile Sonderpädagogische Dienst nimmt im Wesentlichen folgende Aufgaben wahr:

  • Diagnostische Klärung über Art und Umfang des Förderbedarfs
  • Entwicklung von Fördermaßnahmen in Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrkräften
  • Beratungsgespräche

Forchheim, August 2013

Georg Schütz
Sonderschulrektor ehemaliger Rektor des SFZ Forchheim

Termine

 

Herbstferien

  • 29.10. – 2.11.18

November

  • 16.11. Herbstessen        (18.00 – 21.00 Uhr)
  • 21.11. Buß- und Bettag (Schulfrei)
  • 23.11. 10 Jahre SVE

Dezember

  • 20.12. 11.25 Uhr Schulschluss

Weihnachtsferien

  • 22.12.18 -05.01.19